Ebenfalls ein hochsensibles Thema.

Viele Anrufe erhalte ich, weil die Menschen wissen möchten, ob ihr Tier eingeschläfert werden möchte oder nicht. Natürlich ist es eine große Verantwortung und ich gehe sie sehr achtsam an.

Und auch hier möchte ich kein Schwarz/Weiss-Denken fördern! Wo ein Dogma aufgestellt wird, pralle ich zurück – es ist nicht grundsätzlich “richtig” oder “falsch”, einzuschläfern oder eben nicht. Wobei hier an dieser Stelle eher eine Aufklärung geschehen soll über die Möglichkeiten, den Weg ohne Spritze zu gehen. Über den anderen Weg gibt es reichlich Informationen.

Viele Menschen sind geprägt von der so oft gehörten wiederholten Aussage “Tiere müssen erlöst werden von ihrem Leid”. Wenn es aber gar kein Leid ist, sondern der natürliche Sterbe-Prozess, so, wie wir Menschen ihn auch erleben?? Bei einem Menschen handeln – idealerweise – die Angehörigen, indem sie das Nötige tun und so ruhig wie möglich begleiten und pflegen.  Ebenso können wir es bei den Tieren auch tun – Altenpflege halt. Als Dank für ihre Liebe, ihre Begleitung über oft viele Jahre, und ihre Treue. Ständige Anwesenheit ist oft nicht nötig, manchmal auch nicht gewünscht vom Tier, der übliche Tagesablauf kann und soll weitergehen, so normal wie möglich, das gibt den Tieren Sicherheit und den betreuenden Menschen ebenfalls in dieser für sie oft schwierigeren Situation als für das Tier.

Dazu kommt, dass die Tiere die menschliche Angst vor dem Tod nicht kennen. Insofern “leiden” sie aus diesem Grunde nicht, auch wenn sie durchaus ein Bewusstsein darüber haben, dass sie sterben werden. Oft – nicht immer! – möchten sie nicht, dass der natürliche Ablauf des Sterbens abgebrochen wird durch Einschläfern. Es ist – wie so oft – immer individuell zu entscheiden, und nicht pauschal.

Auch ich war früher – vor der Tierkommunikation – von der Aussage “Tiere kann man erlösen, Menschen nicht” beeinflusst und habe eine Hündin und einen Kater einschläfern lassen. Heute weiss ich, dass sie mit ein wenig Pflege, Medikamenten und naturheilkundlicher Unterstützung diesen Gang sehr gut und natürlich hätten alleine gehen  können und wollen.

Vergangenes Verhalten darf aber kein Grund für mich sein, mich dem Thema zu verweigern oder es nicht aus der anderen Sichtweise zu beleuchten. Nicht mehr und nicht weniger möchte ich anregen.

Ich bin dankbar, dass ich neue Einsichten gewinnen durfte.

Natürlich muss, falls nötig, eine Schmerz-Therapie gemacht werden, das ist keine Frage, und wenn weder Naturheilkunde noch Schulmedizin sehr starke Schmerzen erträglich machen können, sollte ein Einschläfern ernsthaft in Erwägung gezogen werden. Auch dieakute Gefahr des Erstickens ist ein guter Grund, es nicht so weit kommen zu lassen und tierärztliche Sterbehilfe  in Anspruch zu nehmen. Es gibt einige andere Gründe, auch persönliche seitens der Menschen, warum ein Einschläfern nötig sein kann. Und natürlich gibt es Menschen, die eine Sterbebegleitung nicht leisten können. Aus Sachzwängen heraus, oder auch aus persönlichen Gründen. Kein Tier möchte Schuldgefühle verursachen, weil es eingeschläfert werden soll oder wurde. Das sollte auf jeden Fall an dieser Stelle erwähnt werden! Diese Schuldgefühle, die jedoch manches Mal auftreten, wenn eingeschläfert wurde, habe ich in meiner Tätigkeit als Tierkommunikatorin nach einer Sterbebegleitung ohne Einschläfern noch nicht erlebt.

Das Leid – oft ist es das der Menschen, die ihr Tier in diesem Zustand des Schwächerwerdens, des Rückzuges, nicht sehen können, und bereits vorweg trauern. Dabei birgt gerade diese Zeit die Chance zu sehr viel Innigkeit, Kommunikation, Gefühlsaustausch …

Oft sagen Menschen, die die Sterbebegleitung manchmal in einigen Tagen, manchmal über einige Wochen hinweg bei ihrem Tier geleistet haben, dass sie nach seinem Tod natürlich trauern, aber es schenkt ihnen Trost, dass sie diese gemeinsame intensive Zeit  noch miteinander hatten. Diese Erfahrungen, die diejenigen, die zurückbleiben, in dieser tief innigen Zeit machen, gerade in den Momenten, wenn die Seele den Körper aus eigenem Entschluss verlässt, das ist sehr sehr tröstlich in den Wochen und Monaten danach, in der Trauer.

Und die Menschen sagen häufig, dass sie es selbst fühlten, dass ihr Tier sich für diesen Weg und nicht für die “Abkürzung” entschieden hat. Das kann durch keine “Übersetzung” einer Tierkommunikatorin ersetzt werden – dass man es selbst erlebt, fühlt.

Ich stehe bei Sterbe-Begleitungen Tag und Nacht zur Verfügung – das ist selbstverständlich.


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